16. April 2026 – Lea Biskup

Exklusives Star-Talk-Interview

Fans lieben sie – doch das TV ignoriert sie: Das Rätsel um Laura Wilde

Sängerin Laura Wilde spricht im „Antenne Schlager Star-Talk“ über 15 Jahre Karriere, den Wandel im Schlager-Business und ihren Frust über TV-Mechanismen.

Ein pinker Stern mit der Aufschrift "Star-Talk" und dem Logo von Antenne Schlager, daneben die Sängerin Laura Wilde Person an einem Geländer.
Sängerin Laura Wilde (Verliebt in London) ist zu Gast im Antenne Schlager Star-Talk. (Foto Laura Wilde: Michael Schorlepp / Collage: Antenne Schlager)

Der „Gänsehaut-Moment“

Einen Schlüsselmoment verbindet sie mit ihrem ersten großen TV-Auftritt: Am 30.10.2010 präsentierte sie bei „Willkommen bei Carmen Nebel“ ihre Debüt-Single „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Den Auftritt beschreibt sie im „Antenne Schlager Star-Talk“ als bis heute emotionalen Gänsehautmoment. Parallel lief ihr Alltag weiter: Germanistikstudium in Mannheim, danach Termine - bis sie 2012 den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit als Sängerin machte.

Im Podcast schildert Laura Wilde ihren Einstieg in die Branche als Ergebnis konsequenter Arbeit. 2008/2009 habe sie sich mit Unterlagen bei verschiedenen Kontakten beworben, unter anderem beim Produzenten Uwe Busse. Anfang 2009 kam laut Wilde die Rückmeldung - und statt einer Single wurde direkt ein Albumprojekt daraus.

Schlager-Promo im Wandel: weniger Radiotour, mehr Konkurrenz

Deutlich wird Laura Wilde, wenn es um die heutigen Rahmenbedingungen geht. Im „Antenne Schlager Star-Talk“ vergleicht sie frühere Radiopromo mit der Gegenwart: Früher seien zwei Wochen Radiotour am Stück keine Seltenheit gewesen, heute müsse man „froh sein“, wenn es überhaupt ein paar Tage würden. Ihr Punkt: Es ist insgesamt enger geworden - bei gleichzeitig wachsender Zahl an Acts.

Diese Entwicklung ordnet sie nicht nostalgisch, sondern pragmatisch ein: Wer sichtbar bleiben will, braucht Ausdauer, Präsenz und ein klares Profil. Genau das erklärt auch, warum Live-Auftritte für viele Künstlerinnen und Künstler wieder stärker in den Fokus rücken.

Kritik am Schlager-TV

Am schärfsten wird das Interview bei der Frage nach großen TV-Shows. Laura Wilde beschreibt ihren Eindruck, dass bei Besetzungen häufig der Bekanntheitsgrad wichtiger sei als der einzelne Song: „Da zählt der Name. Der Song ist erst mal zweitrangig“, sagt sie sinngemäß im Podcast.

Das bekommt zusätzliche Brisanz durch ihre aktuellen Zahlen: Ihre Single „Magic Moments“ stand laut ihrer Aussage sieben Wochen in Folge auf Platz 1 der ARD Schlagerhitparade. Trotzdem, so ihr Tenor, führe das nicht automatisch zu entsprechenden TV-Auftritten. Redaktionell eingeordnet zeigt sich hier ein Kernkonflikt der Branche: Chart- oder Hitparaden-Erfolg und TV-Präsenz laufen im Schlager nicht zwingend synchron - vor allem, wenn Sendeplätze begrenzt sind und Redaktionen auf „sichere“ Namen setzen.

Live-Auftritte als Gegenentwurf

Während TV für sie schwer planbar bleibt, beschreibt Wilde Live-Konzerte als den Bereich, in dem Schlager seine größte Stärke ausspielt. Sie erzählt von Publikumssituationen, in denen mehrere Generationen gemeinsam singen - für sie ein Beleg, dass das Genre nicht nur Nostalgie bedient, sondern Gemeinschaft stiftet. Live sei für sie der Ort, an dem sich Loyalität und Verbindung unmittelbar zeigen.

Laura Wilde privat über klare Erwartungen und Online-Dating

Überraschend offen spricht Laura Wilde auch über ihr Privatleben. Sie sagt, sie sei Single und wünsche sich Verbindlichkeit. Online-Dating beschreibt sie als oberflächlich und teilweise absurd - mit geplatzten Treffen und geschönten Angaben.

Der Ton bleibt dabei eher nüchtern als dramatisch: Es ist weniger Liebeskummer als ein realistischer Blick auf Dating-Mechaniken, die aus ihrer Sicht oft zu wenig Ernsthaftigkeit mitbringen.

„Boulevard Sehnsucht“, weitere Songs und Live-Pläne

Musikalisch bleibt Laura Wilde aktiv. Ihr Album „Boulevard Sehnsucht“ (2025) wird im Entwurf als Nummer-1-Erfolg in den offiziellen deutschen Schlagercharts (Quelle: smago) eingeordnet.

Im Podcast deutet sie an, dass weitere Auskopplungen folgen sollen, ohne bereits ein komplett neues Album anzukündigen. Für 2026 stellt sie zudem weitere Live-Termine und Formate wie Schlagerreisen in Aussicht.

Wer ist Laura Wilde - und worum geht es im Podcast?

Laura Wilde ist eine deutsche Schlagersängerin, die seit rund 15 Jahren im Genre aktiv ist. Im Podcast „Antenne Schlager Star-Talk“ spricht sie mit Host Anika Reichel über ihren Karriereweg, aktuelle Erfolge, die veränderte Promo-Landschaft sowie über die Frage, warum TV-Auftritte aus ihrer Sicht oft weniger vom Song als vom Namen abhängen. Auch private Themen wie Online-Dating kommen zur Sprache.

Laura Wilde beschreibt eine Schlagerbranche mit mehr Konkurrenz und weniger Promo-Fläche - und kritisiert ein TV-System, in dem der Name oft wichtiger sei als der Song. Ihre Konsequenz: Fokus auf Live-Nähe, Ausdauer und kontinuierliche Veröffentlichungen.

Jetzt reinhören: "Antenne Schlager Star-Talk" mit Laura Wilde

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Ob Beatrice Egli, Ben Zucker oder Mitch Keller – Antenne Schlager-Moderatorin Anika Reichel begrüßt im Antenne Schlager Star-Talk Schlagerstars, um mit ihnen ganz persönliche Gespräche zu führen. Freut euch auf exklusive Geschichten und Hintergründe.

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