15. Oktober 2026 – Lea Biskup
Ein zweites Album, ein Job in der Autoreparaturwerkstatt und der Druck, online sichtbar zu bleiben: Melia erzählt im Antenne Schlager Star-Talk, was sie für ihre Musik aufbringt. Sie spricht über Geld und Nächte ohne Schlaf - aber auch darüber, warum ihr Zeit für sich selbst wichtig ist.
Was in „Herz voraus“ steckt
Melia ist Schlagersängerin, Mutter von zwei Kindern und arbeitet neben der Musik in einer Autoreparaturwerkstatt. Nach „Ozeanherz“ stellt sie im Antenne Schlager Star-Talk ihr zweites Album vor: „Herz voraus“. Darin stecken Herzblut, Arbeit und Geld, erzählt sie - ebenso Fahrten, Videoproduktionen und Nächte ohne Schlaf. Ihr Ziel hat sie klar vor Augen: Eines Tages möchte sie von ihrer Musik leben können.
Dass sie die CD in die Hand nehmen und durchblättern kann, bedeutet ihr viel. Melia hat Fotos für das Booklet ausgewählt, in dem auch Songtexte stehen. Auf der CD sind 14 Titel. Doch bis sie das fertige Album in den Händen halten konnte, war weit mehr nötig als die Arbeit im Studio.
Von der Kuhweide ins Studio
Ihre erste Songidee kam Melia während der Corona-Zeit auf einem Spaziergang. Sie sah eine Kuh, und ihr fiel ein Text für „Regenbogen“ ein. Den sprach sie ins Handy. Die Melodie sang sie später ebenfalls ein, denn sie spielt kein Instrument.
Damit war der Song längst nicht fertig. Melia suchte ein Studio, ließ die Idee arrangieren und arbeitete in einem weiteren Studio daran. Zwischendurch holte sie Rückmeldungen ein. Schließlich fand sie einen Produzenten in ihrer Region, mit dem sie das Stück nochmals umbaute und kürzte. „Regenbogen“ erschien auf ihrem ersten Album.
Auch beim Schreiben der Songs hat sie ihren eigenen Weg gefunden: Melodien und Textideen singt oder spricht sie ins Handy und entwickelt sie mit Produzenten weiter. Auf „Herz voraus“ stehen auch Titel, die andere für sie geschrieben haben. Ob sie ein künftiges Album ganz selbst schreibt, lässt sie offen.
Die Arbeit nach der Studioarbeit
In der Werkstatt arbeitet Melia zwei Vormittage pro Woche als Assistentin der Geschäftsleitung, dazu etwas im Homeoffice. Neben Auftritten gehört auch Social Media zu ihrem Musikalltag. Dort, sagt sie, müsse sie immer wieder etwas liefern, damit sie sichtbar bleibt.
Das setzt sie unter Druck. Melia ärgert sich darüber, dass Followerzahlen für Auftrittsmöglichkeiten und Aufmerksamkeit offenbar so wichtig geworden sind. Sie wünscht sich, dass stattdessen stärker auf die Musik und die Menschen dahinter geachtet wird.
Wie sie mit der ständigen Präsenz umgeht, zeigt ein kleines Detail: Ihre morgendlichen Kaffee-Videos nimmt sie manchmal schon vorher auf. So kann sie sich nach dem Aufstehen Zeit für sich nehmen, statt sofort einen Beitrag zu produzieren. Wie viel Raum die Musik neben Job und Familie insgesamt einnimmt, beziffert sie nicht - dass sie ihren Alltag mitbestimmt, wird im Gespräch aber deutlich.
Ein Wunsch ohne Luxus
Melia sagt, sie strebe kein Luxusleben an. Sie möchte mit der Musik einmal genug verdienen, um ihre Wohnung und die Reisen zu Auftritten bezahlen zu können. Derzeit arbeitet sie weiterhin in der Werkstatt und baut ihre Musikkarriere auf.
„Herz voraus“ ist für sie deshalb mehr als eine fertige CD. Es ist das Ergebnis einer Arbeit, die mit einem Einfall beim Spaziergang begann und längst weit über das Studio hinausreicht. Was aus diesem Einsatz wird, ist offen. Vorerst gehört beides zu Melias Alltag: der Job in der Werkstatt und die Arbeit an ihrer Musik.
Jetzt reinhören: "Antenne Schlager Star-Talk" mit Melia – präsentiert von Schlagerpuls
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