21. Mai 2026 – Lea Biskup
Tim Peters kennt das Musikgeschäft seit Jahren - allerdings lange eher aus der zweiten Reihe. Er schrieb und produzierte für Stars wie Michelle, Matthias Reim oder Howard Carpendale, während das eigene Soloprojekt eher nebenbei lief. Doch genau das hat sich geändert.
Vom Studiomann auf die Bühne
Hinter den Kulissen war Tim Peters jahrelang voll eingespannt, die eigene Karriere als Künstler lief parallel mit. Irgendwann kam aber der Punkt, an dem beides nicht mehr zusammenpasste. Im Podcast sagt er: „…irgendwann gesagt, O.K., jetzt musst du dich mal entscheiden, Tim, entweder ziehst du das jetzt durch mit dem Soloprojekt, dann aber auch mal 100%… oder du bleibst im Hintergrund.“
Genau dieser Schritt scheint für ihn zum Wendepunkt geworden zu sein. Seitdem, sagt Tim Peters, habe sein Soloprojekt „kometenhaft“ Fahrt aufgenommen. Aus dem gefragten Produzenten im Hintergrund ist ein Künstler geworden, der sichtbar sein will - und dessen Musik inzwischen immer klarer für eine eigene Richtung steht.
Ganz oder gar nicht
Für Tim Peters bedeutet dieser Wechsel mehr als nur ein anderer Platz im Scheinwerferlicht. Es geht um Hingabe, Haltung und um seine Entscheidung, mit der eigenen Musik wirklich nach draußen zu gehen. Branchenratschläge spielen dabei für ihn eine kleinere Rolle als die Frage, ob sich das, was er macht, für ihn selbst richtig anfühlt.
Sein Maßstab ist dabei eindeutig. Im Interview sagt er: „Ich muss in erster Linie selber mit dem fein sein, was ich mache. Ich muss das selber erst mal feiern, weil ansonsten kann ich nicht authentisch sein.“
Gerade damit trifft er einen Punkt, der im modernen Schlager immer wichtiger wird. Denn das Genre verändert sich - auch beim Publikum. Tim Peters beobachtet, dass heute deutlich mehr Menschen Schlager hören, die musikalisch nicht in klassischen Kategorien denken. Das Publikum wird jünger, ist offener für andere Sounds und hört Schlager selbstverständlich neben Dance, Pop oder internationalen Acts.
Was es mit „SchlagerRave“ auf sich hat
Für genau diese Mischung hat Tim Peters einen eigenen Namen gefunden: „SchlagerRave“. Was erst mal nach Schlagwort klingt, beschreibt seine Musik ziemlich genau. Im Antenne Schlager Star-Talk erklärt er: „…ich hab dem Kind dann den Namen gegeben, Schlagerrave, weil es eben so dancige Elemente bei mir ja immer sind, mit aber emotionalen oder partylastigen Schlagertexten…“
Die Idee dahinter: Schlager, der nicht nur fürs Radio funktioniert, sondern auch für Clubshows, Partynächte und Livesituationen mit viel Energie. Gefühl und Mitsing-Momente bleiben, der Sound bekommt aber mehr Druck, mehr Tempo und mehr Nachtleben.
Dass das nicht nur als Konzept funktioniert, sondern auch live, erlebt Tim Peters nach eigener Aussage bei seinen Auftritten. Dort kommen Fans teilweise sogar im passenden Motto-Outfit als „Schlagerraver“. Für ihn zeigt das, dass sich rund um seine Musik inzwischen eine eigene kleine Welt gebildet hat - nicht nur aus Songs, sondern auch aus Wiedererkennung und Gemeinschaft.
Wie intensiv das werden kann, beschreibt er mit einem Auftritt in Berlin: Klimaanlage kaputt, komplett überfüllt, brutal heiß. Genau solche Abende bleiben hängen. Vor allem dann, wenn die Menge jede Zeile mitsingt.
Der Preis für den Traum
Tim Peters kennt aber die Kehrseiten seiner Entscheidung, sich als Performer neu zu erfinden. Denn der Weg als Künstler klingt von außen oft glamouröser, als er im Alltag ist. Tim Peters macht klar, dass der Traum Zeit kostet - und oft auch zu Lasten des Privatlebens.
„So schön das auch alles ist… du gibst extrem viel auch auf“, sagt er im Gespräch. Urlaub, spontane Trips oder entspanntes Dating? Kommen oft zu kurz. Dass diese Themen auch in seinen Songs landen, passt ins Bild. Auf dem Album findet sich mit „Tinder, Silber und Gold“ sogar ein Titel, der genau an dieser Stelle andockt.
Ein kurioser Bochum-Moment
Auch beim Album setzt Tim Peters auf ein klares Konzept. „Schlager Rave“ erscheint am 22.05.2026 bei Polydor/Universal - und zwar nicht klein, sondern mit 18 Songs. Für ihn ganz bewusst. Im Podcast sagt er: „…es sind tatsächlich 18 Lieder, weil ich dachte mir, ey, wenn ich ’ne physische C.D. mache… dann will ich da auch nicht nur 12 Lieder drauf haben…“
Dazu kommt ein Release, der mehr sein soll als nur ein Datum im Kalender. Geplant sind zwei Release-Konzerte und zwei Kino-Listening-Sessions. In Bochum haben bereits rund 250 Fans im UCI alle Songs am Stück gehört, dazu gab es ein Q&A und Clips zum Album. Besonders kurios: „…ich durfte bei diesem Event nicht singen..“ Warum? Das könnt ihr direkt hier im Podcast hören.
Jetzt reinhören: "Antenne Schlager Star-Talk" mit Tim Peters
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